Mate Tee Zubereitung: Traditionell und einfach für den Alltag
Mate Tee hat den Ruf, kompliziert zu sein: Kalebasse, Bombilla, eine bestimmte Reihenfolge beim Aufgießen, dazu Regeln, die in Südamerika jedes Kind kennt. Die gute Nachricht: Du brauchst nichts davon, um Mate zu genießen, und die traditionelle Variante ist mit ein paar Hinweisen ebenfalls schnell gelernt. In diesem Ratgeber erfährst du beide Wege, welche Wassertemperatur entscheidend ist, wie lange Mate ziehen sollte, wie du ihn kalt als Tereré zubereitest und welche Fehler du vermeiden solltest.
Für den Alltag ist die unkomplizierte Zubereitung völlig ausreichend und die Variante, mit der die meisten hierzulande starten. Du brauchst dafür nur eine Teekanne mit großzügigem Sieb oder einen Teefilter:
Fertig. Wer möchte, süßt mit einem Löffel Honig oder gibt einen Spritzer Zitrone dazu, beides mildert die Bitterkeit spürbar ab. Diese Variante schmeckt klar und sauber und lässt sich problemlos in jeder Küche umsetzen.
Wenn du dir aus diesem Ratgeber nur eine Sache merkst, dann diese: Mate wird niemals mit kochendem Wasser aufgegossen. Bei 100 Grad werden die Blätter regelrecht verbrüht, die Bitterstoffe lösen sich schlagartig und der Aufguss wird unangenehm scharf und herb. Die feinen grünen Aromen gehen dabei verloren.
Ideal sind 70 bis 80 Grad. In der Praxis erreichst du das ganz einfach, indem du das aufgekochte Wasser fünf bis acht Minuten stehen lässt, pro Minute verliert es grob fünf Grad. Noch bequemer sind Wasserkocher mit Temperaturwahl. In Südamerika achtet man traditionell genau darauf, dass das Wasser kurz vor dem Kochen vom Feuer genommen wird. Der zweite Grund für kühleres Wasser: Sehr heiße Getränke gelten unabhängig vom Inhalt als problematisch für die Speiseröhre, mehr dazu in unserem Ratgeber zur Gesundheit von Mate Tee.
Wenn du die südamerikanische Variante ausprobieren willst, brauchst du eine Kalebasse, also ein ausgehöhltes Kürbisgefäß, und eine Bombilla, das Metallröhrchen mit Sieb am unteren Ende. Neue Kalebassen aus Naturkürbis werden vor dem ersten Gebrauch eingeweiht, indem man sie mit Mate und warmem Wasser füllt und ein bis zwei Tage stehen lässt, danach ausschabt und trocknen lässt. So gelingt der Aufguss:
Der wichtigste Anfängerfehler: Nicht mit der Bombilla umrühren. Sie verstopft dadurch und das Kraut wird ungleichmäßig ausgelaugt. In geselliger Runde reicht traditionell eine Person die Kalebasse herum und füllt jedes Mal frisch auf.
In Paraguay und Teilen Argentiniens wird Mate bei Hitze eiskalt getrunken, dann heißt er Tereré. Die Zubereitung funktioniert genauso wie die heiße Variante, nur mit eiskaltem Wasser statt warmem. Traditionell kommen Zitronen oder Limettensaft und frische Kräuter wie Minze dazu.
Für die einfache Variante ohne Kalebasse setzt du Mate als Kaltaufguss an: die doppelte Menge Mate mit kaltem Wasser übergießen, vier bis acht Stunden in den Kühlschrank stellen und abseihen. Das Ergebnis ist deutlich milder und weniger bitter als der heiße Aufguss, weil sich die Bitterstoffe im kalten Wasser langsamer lösen. Ein erfrischender, natürlich koffeinhaltiger Sommerdrink ganz ohne Zucker.
Mate Tee
Vier Fehler begegnen uns immer wieder. Der erste ist kochendes Wasser, der mit Abstand häufigste und folgenreichste. Der zweite ist zu langes Ziehen, denn Mate wird schnell sehr bitter, drei bis fünf Minuten reichen völlig. Der dritte ist zu großzügiges Dosieren, gerade beim ersten Versuch lohnt es sich, sparsam zu starten und sich heranzutasten.
Der vierte Fehler betrifft die traditionelle Zubereitung: das Umrühren mit der Bombilla. Sie hat unten ein feines Sieb, das sich beim Rühren zusetzt, danach lässt sich kaum noch trinken. Einmal richtig platziert, bleibt die Bombilla stehen, wo sie ist. Und noch ein Hinweis zur Bitterkeit: Sie gehört zu Mate dazu und ist kein Zeichen für einen Fehler. Wenn sie dir zu stark ist, wähle einen gerösteten Mate oder eine Con Palo Variante mit Stängelanteil, beide sind milder.
Drei bis fünf Minuten reichen bei der Zubereitung in der Kanne völlig aus. Länger gezogen wird Mate deutlich bitterer, ohne an Aroma zu gewinnen. Bei der traditionellen Zubereitung in der Kalebasse entfällt die Ziehzeit, dort wird direkt getrunken und immer wieder frisch aufgegossen.
Ja, problemlos. Eine Teekanne mit großzügigem Sieb oder ein Teefilter genügen völlig. Ein bis zwei Teelöffel auf 250 Milliliter, mit 70 bis 80 Grad heißem Wasser aufgießen, drei bis fünf Minuten ziehen lassen und absieben. Der Geschmack ist klarer und weniger intensiv als aus der Kalebasse.
70 bis 80 Grad sind ideal, keinesfalls kochendes Wasser. Zu heißes Wasser verbrüht die Blätter, löst schlagartig Bitterstoffe und zerstört die feinen grünen Aromen. Lass aufgekochtes Wasser fünf bis acht Minuten abkühlen oder nutze einen Wasserkocher mit Temperaturwahl.
In der Kalebasse zehn bis fünfzehn Mal, das ist Teil des traditionellen Rituals. In der Teekanne funktionieren zwei bis drei Aufgüsse, wobei der zweite etwas länger ziehen darf. Der Geschmack wird mit jedem Aufguss milder und der Koffeingehalt sinkt.
Die Zubereitung von Mate Tee ist einfacher als ihr Ruf: 70 bis 80 Grad statt kochendem Wasser, drei bis fünf Minuten Ziehzeit und ein großzügiges Sieb genügen für eine gute Tasse. Wer die traditionelle Variante mit Kalebasse und Bombilla ausprobieren möchte, merkt sich vor allem eine Regel, nämlich nicht umzurühren. Und im Sommer lohnt der Kaltaufguss als Tereré, der deutlich milder ausfällt. Losen Mate in geprüfter Qualität findest du im Sortiment von Ziehblatt.