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Mate Tee und Koffein: Wie viel steckt wirklich drin?

01.08.2026
Lesezeit ca. 4 Minuten

Mate Tee gilt als Wachmacher, und das zu Recht, doch wie viel Koffein tatsächlich in der Tasse landet, überrascht viele. Die Spanne ist größer als bei jedem anderen Aufguss, denn kaum ein Getränk hängt so stark von der Zubereitung ab. Dazu kommt ein Begriff, der hartnäckig für Verwirrung sorgt: Mateín. In diesem Ratgeber erfährst du, wie viel Koffein Mate enthält, warum Mateín ein Marketingbegriff ist, wie Mate im Vergleich zu Kaffee und Tee abschneidet und wie du den Koffeingehalt deiner Tasse selbst steuerst.

Wie viel Koffein hat Mate Tee?

Eine Tasse Mate Tee mit 250 Millilitern enthält je nach Zubereitung etwa 30 bis 80 Milligramm Koffein. Diese große Spanne ist typisch für Mate und erklärt sich durch die Zubereitungsart, dazu gleich mehr. Zur Einordnung die typischen Werte pro Portion:

  • Mate Tee (250 ml): etwa 30 bis 80 mg Koffein
  • Grüner Tee (250 ml): etwa 30 bis 50 mg Koffein
  • Schwarzer Tee (250 ml): etwa 40 bis 70 mg Koffein
  • Filterkaffee (250 ml): etwa 80 bis 120 mg Koffein
  • Espresso (30 ml): etwa 30 bis 50 mg Koffein

Als normaler Aufguss aus der Kanne liegt Mate damit ungefähr auf Schwarzteeniveau und deutlich unter dem Kaffee. Ganz anders sieht es bei der traditionellen Zubereitung aus, bei der über Stunden immer wieder aufgegossen wird: Über eine komplette Kalebassenrunde summiert sich die aufgenommene Koffeinmenge und kann durchaus die eines mehrfachen Kaffees erreichen.

Mateín: Warum es diesen Stoff gar nicht gibt

Rund um Mate hält sich hartnäckig der Begriff Mateín, angeblich ein eigener Wirkstoff, der sanfter wirke als Koffein. Die Wahrheit ist einfacher: Mateín und Koffein sind chemisch derselbe Stoff. Der Begriff entstand, als man den Wirkstoff im Mate für eine eigene Substanz hielt, genau wie beim Tee, wo derselbe Irrtum den Begriff Teein hervorgebracht hat.

Warum sich die Wirkung von Mate trotzdem anders anfühlt, hat andere Gründe. Zum einen enthält Mate zusätzlich Theobromin, einen Verwandten des Koffeins, der langsamer wirkt und länger anhält. Zum anderen verlangsamen die reichlich vorhandenen Bitterstoffe die Aufnahme des Koffeins. Beides zusammen ergibt eine sanftere, gleichmäßigere Wirkkurve. Der Stoff ist derselbe, die Verpackung ist es nicht. Denselben Effekt beschreiben wir übrigens für Tee in unserem Ratgeber zu schwarzem Tee und Koffein.

Mate im Vergleich zu Kaffee: Was den Unterschied macht

Im direkten Vergleich gewinnt Mate nicht über die Menge, sondern über den Verlauf. Kaffee flutet schnell an, die Wirkung kommt binnen Minuten und fällt nach einigen Stunden oft spürbar ab. Bei Mate setzt die Wirkung sanfter ein, hält dafür länger an, und der abrupte Abfall bleibt bei vielen aus.

Genau deshalb wird Mate in Südamerika über den ganzen Tag getrunken statt in konzentrierten Portionen. Wer von Kaffee Herzklopfen oder Unruhe kennt, kommt mit Mate häufig besser zurecht. Ein Freibrief ist das nicht, denn das Koffein ist dasselbe und wirkt bei entsprechender Menge genauso, aber die gleichmäßigere Kurve macht für viele einen spürbaren Unterschied im Alltag.

Koffeingehalt selbst steuern

Bei kaum einem Getränk hast du so viel Einfluss auf den Koffeingehalt wie bei Mate. Diese Hebel stehen dir zur Verfügung:

  • Zubereitungsart: Ein einzelner Aufguss aus der Kanne enthält deutlich weniger Koffein als eine komplette Kalebassenrunde mit zehn oder mehr Aufgüssen.
  • Dosierung: Weniger Kraut bedeutet direkt weniger Koffein. Bei einem Teelöffel statt zwei halbierst du grob die Menge.
  • Ziehzeit: Das Koffein löst sich größtenteils in den ersten zwei Minuten. Längeres Ziehen bringt vor allem mehr Bitterstoffe, nicht mehr Koffein.
  • Folgeaufgüsse: Der zweite und dritte Aufguss enthalten deutlich weniger Koffein, sie eignen sich für den späteren Nachmittag.
  • Kalte Zubereitung: Als Tereré kalt angesetzt löst sich das Koffein langsamer, der Aufguss fällt milder aus.

Für den Abend gilt trotzdem: Mate ist kein koffeinfreies Getränk. Wer spät noch etwas Warmes möchte, greift besser zu Rooibos, Früchtetee oder einem milden Kräutertee.

Häufige Fragen zu Koffein in Mate Tee

Hat Mate Tee Koffein?

Ja, Mate enthält natürliches Koffein, je nach Zubereitung etwa 30 bis 80 Milligramm pro Tasse. Der oft genannte Begriff Mateín bezeichnet keinen eigenen Stoff, sondern ist dasselbe Koffein. Zusätzlich enthält Mate Theobromin, das die Wirkung sanfter und länger anhaltend macht.

Hat Mate Tee mehr Koffein als Kaffee?

Pro Tasse in der Regel nicht, ein normaler Mate Aufguss liegt mit 30 bis 80 Milligramm unter Filterkaffee mit 80 bis 120 Milligramm. Bei der traditionellen Zubereitung in der Kalebasse mit vielen Aufgüssen über Stunden kann die aufgenommene Gesamtmenge allerdings die eines mehrfachen Kaffees erreichen.

Wie lange wirkt das Koffein im Mate Tee?

Die Wirkung setzt nach etwa 30 bis 45 Minuten ein und hält vier bis sechs Stunden an. Durch das zusätzlich enthaltene Theobromin empfinden viele die Wirkung als gleichmäßiger und länger anhaltend als bei Kaffee. Trink die letzte Tasse deshalb möglichst am frühen Nachmittag.

Gibt es Mate Tee ohne Koffein?

Echten Mate ohne Koffein gibt es nicht, die Pflanze produziert es von Natur aus. Entkoffeinierte Varianten sind selten. Wer koffeinfrei bleiben möchte, greift besser zu Rooibos, Früchtetee oder Kräutertee, die von Natur aus kein Koffein enthalten.

Fazit: Dieselbe Substanz, andere Kurve

Mate Tee liefert mit 30 bis 80 Milligramm pro Tasse solide Koffeinmengen, die stark von der Zubereitung abhängen. Mateín ist dabei kein eigener Wirkstoff, sondern schlicht Koffein, der spürbare Unterschied zum Kaffee entsteht durch Theobromin und Bitterstoffe, die für eine sanftere und längere Wirkkurve sorgen. Über Dosierung, Ziehzeit und Zubereitungsart hast du den Koffeingehalt gut selbst in der Hand. Losen Mate in geprüfter Qualität findest du im Sortiment von Ziehblatt, ebenso koffeinfreie Alternativen für den Abend.