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Welcher Tee bei Erkältung? Sorten, Wirkung und Zubereitung im Überblick

26.08.2026
5 Minuten
Welcher Tee bei Erkältung? Sorten, Wirkung und Zubereitung im Überblick Ziehblatt

Kaum jemand kommt durch den Winter, ohne sich mindestens einmal zu fragen, welcher Tee bei Erkältung eigentlich der richtige ist. Der Hals kratzt, die Nase läuft, und plötzlich steht man vor dem Küchenschrank und weiß nicht, ob es Ingwer, Salbei oder doch die alte Packung Kamille sein soll. Tee gehört seit Generationen zu den ersten Griffen bei einem beginnenden Infekt, und das hat gute Gründe. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Sorten traditionell bei Erkältungen getrunken werden, worauf du bei der Zubereitung achten solltest, warum Honig erst zum Schluss in die Tasse gehört und ab wann ein warmer Aufguss allein nicht mehr reicht.

Warum Tee bei Erkältung so oft empfohlen wird

Der wichtigste Effekt hat weniger mit der Sorte zu tun, als viele denken. Bei einem Infekt braucht dein Körper vor allem Flüssigkeit. Fieber, verstärktes Schwitzen und eine ständig laufende Nase entziehen ihm mehr Wasser als sonst. Wer zu wenig trinkt, merkt das schnell an trockenen Schleimhäuten und einem noch kratzigeren Hals.

Genau hier liegt die Stärke von Tee. Er ist warm, lässt sich über den Tag verteilt in großen Mengen trinken und schmeckt dabei deutlich interessanter als reines Wasser. Der aufsteigende Dampf befeuchtet zusätzlich die Nasenschleimhäute, was viele Menschen bei einem verstopften Kopf als angenehm empfinden. Die Wärme selbst wird von den meisten als wohltuend erlebt, besonders wenn Frösteln dazukommt.

Darüber hinaus enthalten die klassischen Erkältungskräuter ätherische Öle und Gerbstoffe, die traditionell bei Beschwerden im Hals und Rachenraum verwendet werden. Wichtig bleibt die richtige Einordnung: Tee ist kein Medikament und verkürzt keine Erkältung. Er unterstützt dich dabei, gut versorgt durch die Tage zu kommen, in denen dein Körper die Arbeit ohnehin selbst erledigt.

Ingwertee bei Erkältung: der wärmende Klassiker

Ingwer ist mit Abstand die meistgesuchte Sorte, wenn es um Erkältungen geht, und das liegt vor allem an seiner Schärfe. Die enthaltenen Scharfstoffe erzeugen ein wärmendes Gefühl, das viele Menschen bei Frösteln und Gliederschmerzen als angenehm empfinden. In der traditionellen Anwendung wird Ingwer seit Langem bei beginnenden Infekten eingesetzt.

Für einen frischen Aufguss schneidest du etwa zwei bis drei Zentimeter Ingwerknolle in dünne Scheiben und übergießt sie mit kochendem Wasser. Zehn Minuten Ziehzeit sind ein guter Ausgangspunkt. Je länger der Ingwer im Wasser bleibt, desto schärfer wird das Ergebnis. Wenn dir das zu intensiv ist, nimm weniger Scheiben oder verkürze die Zeit.

Sehr verbreitet ist die Kombination mit Zitrone. Der frische Saft macht den Aufguss geschmacklich runder und weniger scharf. Presse ihn allerdings erst in die abgekühlte Tasse und nicht in das kochende Wasser, weil das enthaltene Vitamin C hitzeempfindlich ist. Wer einen empfindlichen Magen hat oder unter Sodbrennen leidet, sollte Ingwer eher zurückhaltend dosieren.

Salbeitee und Thymiantee bei Erkältung: die Kräuter für Hals und Rachen

Wenn der Hals der Hauptschauplatz deiner Erkältung ist, führt kaum ein Weg an Salbei vorbei. Die Blätter enthalten reichlich Gerbstoffe und ätherische Öle und werden in der Kräuterkunde traditionell bei Reizungen im Mund und Rachenraum verwendet. Der Geschmack ist kräftig, leicht bitter und gewöhnungsbedürftig, dafür ist die Wirkung als Gurgellösung oder als Aufguss vielen Menschen aus der eigenen Kindheit vertraut.

Übergieße etwa einen Teelöffel getrocknete Salbeiblätter mit heißem Wasser und lass den Aufguss zugedeckt fünf bis zehn Minuten ziehen. Der Deckel ist kein Detail am Rande, denn ohne ihn entweichen die ätherischen Öle mit dem Wasserdampf. Beachte, dass Salbei nicht für eine dauerhafte Anwendung über Wochen gedacht ist und in der Stillzeit als kritisch gilt, weil er traditionell zum Abstillen verwendet wird.

Thymian ist die zweite große Pflanze in dieser Gruppe und wird vor allem dann genannt, wenn zur Erkältung ein hartnäckiger Husten kommt. Sein Aufguss schmeckt würzig und leicht herb. Auch hier gilt: zugedeckt ziehen lassen, damit die Öle in der Tasse bleiben.

Kamillentee und Pfefferminztee bei Erkältung: mild und vielseitig

Kamille ist die Sorte für alle, denen Salbei und Thymian zu kräftig sind. Sie schmeckt mild, ist koffeinfrei und wird auch von einem gereizten Magen gut vertragen. Traditionell wird Kamille bei Reizungen der Schleimhäute eingesetzt, was sie zu einem naheliegenden Begleiter bei kratzendem Hals macht. Ein weiterer Vorteil: Kamillentee lässt sich problemlos auch am Abend trinken.

Pfefferminze punktet bei einem anderen Symptom. Das enthaltene Menthol erzeugt beim Trinken ein kühlendes, befreiendes Gefühl im Rachen und in den Atemwegen. Bei einer verstopften Nase empfinden viele Menschen genau das als besonders angenehm. Auch der Dampf über der Tasse wirkt bei Pfefferminze deutlich intensiver als bei milderen Sorten.

Ein Hinweis zur Vorsicht: Bei Kleinkindern und Säuglingen ist Menthol nicht geeignet, und wer zu Sodbrennen neigt, verträgt Pfefferminze oft schlechter als Kamille. Fencheltee ist in solchen Fällen eine sehr milde Alternative, die auch bei festsitzendem Husten häufig genannt wird.

Lindenblütentee und Holunderblütentee bei Erkältung: die klassische Schwitzkur

Diese beiden Sorten sind in der überlieferten Hausmittelkunde eng miteinander verbunden. Sowohl Lindenblüten als auch Holunderblüten werden traditionell als Schwitztee getrunken, meist am Abend und in Kombination mit einer warmen Decke. Geschmacklich sind beide angenehm blumig und leicht süßlich, was sie auch für Menschen zugänglich macht, die Kräutertees sonst eher meiden.

Für den Aufguss übergießt du etwa zwei Teelöffel der getrockneten Blüten mit heißem Wasser und lässt sie rund zehn Minuten zugedeckt ziehen. Weil eine solche Schwitzkur den Kreislauf belastet, ist sie nicht für jeden geeignet. Wer Probleme mit dem Herz oder dem Blutdruck hat, sollte darauf verzichten oder vorher ärztlich Rücksprache halten.

Schwarzer und grüner Tee bei Erkältung: nur bedingt geeignet

Beide Sorten stammen von derselben Pflanze und enthalten Koffein sowie Gerbstoffe. Das macht sie zu einer zwiespältigen Wahl. Am Morgen kann eine Tasse schwarzer Tee angenehm sein, wenn dich die Erkältung müde macht und du trotzdem funktionieren musst. Grüner Tee wird häufig wegen seiner Polyphenole genannt und ist etwas milder im Auftritt.

Am Abend sind beide allerdings die falsche Wahl, weil Schlaf bei einem Infekt wichtiger ist als jedes Getränk. Außerdem wirkt Koffein leicht entwässernd, was dem eigentlichen Ziel entgegensteht: möglichst viel Flüssigkeit aufzunehmen. Als Ergänzung tagsüber sind beide in Ordnung, als Hauptgetränk während einer Erkältung eignen sie sich weniger gut als koffeinfreie Kräutertees.

Tee bei Erkältung richtig zubereiten und trinken

Die Sortenwahl ist nur die halbe Miete. Diese Punkte machen in der Praxis den größten Unterschied:

  • Trinke über den Tag verteilt reichlich, statt einmal eine große Menge auf einmal zu kippen. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit insgesamt sind bei einem fiebrigen Infekt ein sinnvoller Richtwert.
  • Deck die Kanne oder Tasse beim Ziehen immer ab, sonst gehen die ätherischen Öle mit dem Dampf verloren.
  • Gib Honig erst hinzu, wenn der Tee auf Trinktemperatur abgekühlt ist. Über etwa vierzig Grad verlieren seine hitzeempfindlichen Bestandteile ihre Eigenschaften.
  • Presse Zitrone ebenfalls erst in die abgekühlte Tasse, weil Vitamin C empfindlich auf Hitze reagiert.
  • Verzichte auf Alkohol im Tee. Der klassische Grog mit Rum mag wärmend wirken, belastet den Körper bei einem Infekt aber zusätzlich und stört den Schlaf.

Ein Wort zu Honig für Eltern: Für Kinder unter einem Jahr ist Honig grundsätzlich tabu, unabhängig von der Temperatur des Getränks. Der Grund sind mögliche Sporen, mit denen ein Säuglingsdarm noch nicht umgehen kann. Bei losem Tee hast du gegenüber Beuteln den Vorteil, dass du Menge und Ziehzeit selbst bestimmst und dich langsam an eine Intensität herantasten kannst, die dir tatsächlich schmeckt.

Wann Tee bei Erkältung nicht mehr ausreicht

Eine normale Erkältung klingt in der Regel innerhalb von etwa einer Woche ab, manchmal zieht sich ein Resthusten noch etwas länger. Es gibt allerdings Situationen, in denen Hausmittel klar an ihre Grenzen stoßen. Halten die Beschwerden deutlich länger an, verschlimmern sie sich nach anfänglicher Besserung wieder oder kommt hohes Fieber über mehrere Tage dazu, gehört das ärztlich abgeklärt.

Gleiches gilt bei Atemnot, starken einseitigen Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden, Ohrenschmerzen oder Druckgefühl im Gesicht. Besondere Vorsicht ist bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren Menschen, Schwangeren und Personen mit chronischen Vorerkrankungen geboten. Wenn du schwanger bist, klär die Auswahl bestimmter Kräutertees vorab mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme ab, denn nicht jede Sorte ist in dieser Zeit uneingeschränkt empfohlen.

Häufige Fragen zu Tee bei Erkältung

Welcher Tee hilft bei Erkältung und Halsschmerzen?

Bei Halsschmerzen greifen viele Menschen zu Salbei, weil dessen Gerbstoffe traditionell bei Reizungen im Rachenraum verwendet werden. Wer den kräftigen Geschmack nicht mag, findet in Kamille eine deutlich mildere Alternative. Wichtig ist in beiden Fällen, den Aufguss zugedeckt ziehen zu lassen und ihn auf angenehmer Trinktemperatur zu trinken.

Welcher Tee bei Erkältung und Husten?

Thymian ist die Pflanze, die in diesem Zusammenhang am häufigsten genannt wird, gefolgt von Fenchel und Anis. Der aufsteigende Dampf spielt hier eine ebenso große Rolle wie der Aufguss selbst, weil er die Atemwege befeuchtet. Halte die Tasse ruhig einen Moment unter die Nase, bevor du trinkst.

Welcher Tee bei beginnender Erkältung?

In den ersten Stunden, wenn der Hals gerade anfängt zu kratzen, greifen die meisten Menschen zu Ingwer, oft in Kombination mit Zitrone. Die Wärme und die Schärfe werden in dieser Phase als besonders wohltuend empfunden. Wichtiger als die Sortenwahl ist allerdings, viel zu trinken und dem Körper früh Ruhe zu gönnen.

Darf man bei Erkältung in der Schwangerschaft Tee trinken?

Ausreichend zu trinken ist in der Schwangerschaft besonders wichtig. Bei einzelnen Kräutertees gibt es allerdings Einschränkungen, unter anderem bei Salbei. Sprich die Auswahl und die Trinkmenge deshalb vorab mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme ab, bevor du eine Sorte regelmäßig über längere Zeit trinkst.

Ab wann sollte man Honig in den Tee geben?

Erst, wenn der Tee auf Trinktemperatur abgekühlt ist, also spürbar unter vierzig Grad. Bei größerer Hitze verlieren die empfindlichen Bestandteile des Honigs ihre Eigenschaften, und übrig bleibt vor allem der Zucker. Für Kinder unter einem Jahr ist Honig unabhängig davon nicht geeignet.

Fazit: welcher Tee bei Erkältung zu dir passt

Welcher Tee bei Erkältung der beste ist, hängt vor allem davon ab, welches Symptom dich gerade am meisten stört. Ingwer ist die naheliegende Wahl bei Frösteln und einem beginnenden Infekt, Salbei und Thymian sind die Kräuter für Hals und Atemwege, Kamille und Fenchel die milden Allrounder, und Lindenblüten gehören zur klassischen Schwitzkur am Abend. Schwarzer und grüner Tee können tagsüber ergänzen, sind aber wegen des Koffeins nicht das Hauptgetränk der Wahl.

Am Ende zählt jedoch weniger die perfekte Sorte als die Menge. Wer über den Tag konsequent trinkt, sich Ruhe gönnt und auf Warnsignale achtet, tut deutlich mehr für sich als jemand, der lange über die richtige Mischung nachdenkt. Bei Ziehblatt setzen wir auf losen Tee, weil du damit Dosierung und Ziehzeit selbst in der Hand hast und dir den Aufguss genau so zubereiten kannst, wie er dir in dieser Woche guttut.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden, starken oder ungewöhnlichen Beschwerden wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.